Kurz & Bündig: Prospecting und Retargeting sind zwei unverzichtbare Phasen jeder Meta Ads Strategie. Prospecting akquiriert neue Interessenten, Retargeting konvertiert warme Kontakte. Neue Marken sollten 70–80 % des Budgets in Prospecting investieren; etablierte Unternehmen können bis zu 50 % für Retargeting nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen Retargeting und Prospecting bei Meta Ads – und wie viel Budget sollte in jede Phase fließen? Die richtige Balance zwischen Retargeting vs. Prospecting entscheidet maßgeblich über den ROI Ihrer Kampagnen.
Schnelle Antwort: Prospecting richtet sich an neue, noch unbekannte Zielgruppen und erzeugt Aufmerksamkeit. Retargeting spricht Menschen an, die bereits mit Ihrer Website oder Ihren Inhalten interagiert haben. Beide Phasen brauchen ein dediziertes Budget – wer nur eine davon betreibt, lässt ROI liegen.
Die zwei Phasen des Meta-Funnels
Jede erfolgreiche Meta Ads-Strategie denkt in zwei Phasen:
Prospecting (Kalt-Akquise): Sie erreichen Menschen, die Ihr Unternehmen noch nicht kennen. Das Ziel ist, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Interesse zu wecken.
Retargeting (Warm-Reaktivierung): Sie sprechen Menschen an, die bereits mit Ihnen in Kontakt waren – Website-Besucher, Video-Zuschauer, frühere Kunden. Das Ziel ist, zur Aktion zu bewegen.
Wer nur Prospecting betreibt, verliert die warmen Kontakte. Wer nur Retargeting betreibt, vertrocknet seine Audience und hat keine neuen Interessenten. Beide Phasen brauchen ein dediziertes Budget.
Prospecting: Neue Kunden finden
Prospecting ist die teuerste Phase – aber auch die einzige, die nachhaltiges Wachstum ermöglicht.
Ziel: Awareness + erste Conversion (Lead, Kauf, App-Download)
Geeignete Zielgruppen:
- Lookalike Audiences basierend auf Ihren besten Kunden
- Broad Targeting / Advantage+ Audience
- Interesse-Targeting als ergänzendes Signal
Geeignete Creatives:
- Aufmerksamkeitsstarke Reels oder Videos (15–30 Sekunden)
- Erklärende Inhalte, die die Kernbotschaft vermitteln
- Problem-Lösung-Format: „Haben Sie das Problem? Wir lösen es."
KPIs:
- Kosten per Lead / Kosten per Kauf
- ROAS (Return on Ad Spend)
- Click-Through-Rate
Retargeting: Warme Leads zurückgewinnen
Retargeting ist die effizienteste Phase – weil Sie Menschen ansprechen, die bereits Interesse gezeigt haben.
Ziel: Conversion von warmen Kontakten
Geeignete Zielgruppen:
- Website-Besucher (30–60 Tage)
- Nutzer, die Seiten besucht, aber nicht konvertiert haben (z.B. Preisseite)
- Video-Zuschauer (75–95 % des Videos)
- Instagram/Facebook-Engager
- E-Mail-Subscriber (Custom Audience)
Geeignete Creatives:
- Social Proof (Bewertungen, Kundenstimmen)
- Direkte Angebote oder Reminder
- FAQ-basiert: Häufige Einwände ansprechen
- Testimonial-Videos
KPIs:
- Kosten per Conversion (sollten deutlich niedriger als bei Prospecting sein)
- Conversion Rate
Der richtige Budget-Split
Es gibt keine universelle Antwort, aber einige Richtwerte für österreichische KMU:
Neue oder wenig bekannte Marke:
- 70–80 % Prospecting | 20–30 % Retargeting
- Begründung: Wenig warme Audience, muss erst aufgebaut werden
Etabliertes Unternehmen mit Traffic:
- 50–60 % Prospecting | 40–50 % Retargeting
- Begründung: Große warme Audience, die mit vertretbarem Budget reaktiviert werden kann
Saisonale Kampagnen (z.B. Weihnachten, Black Friday):
- 40 % Prospecting | 60 % Retargeting
- Begründung: Maximaler ROI in kurzer Zeit durch warme Kontakte
Das Retargeting-Burnout-Problem
Wenn Ihre Retargeting-Audience zu klein ist oder zu lange angesprochen wird, passiert Folgendes:
- Dieselben Menschen sehen Ihre Anzeige täglich
- Ad Fatigue entsteht: Frequenz steigt, Klickrate sinkt, Kosten steigen
- Nutzer beginnen, Ihre Anzeigen aktiv zu verstecken (negatives Signal)
Lösung: Frequency Cap setzen (z.B. max. 3 Impressionen pro Person pro Woche) und Retargeting-Audience regelmäßig mit frischem Traffic aus Prospecting-Kampagnen auffüllen.
Wie messen Sie den Erfolg beider Phasen?
Messen Sie Prospecting und Retargeting getrennt – und vergleichen Sie die Ergebnisse nicht direkt, sondern komplementär:
- Prospecting: Günstige Kosten pro Reach, gute CTR, akzeptabler CPA (höher als Retargeting)
- Retargeting: Niedrigere Reichweite, aber deutlich niedrigerer CPA
Ein zu niedriger Retargeting-CPA kann täuschen: Wenn Sie kaum Prospecting betreiben, könnte Retargeting einfach Menschen ansprechen, die sowieso konvertiert hätten – auch ohne Anzeige.
Häufig gestellte Fragen
Warum konvertiert Retargeting besser als Prospecting? Weil die Zielgruppe bereits mit Ihrer Marke in Kontakt war und ein grundsätzliches Interesse gezeigt hat. Diese Vorqualifikation senkt die Überzeugungsarbeit und damit die Kosten pro Conversion erheblich.
Kann ich mit einem kleinen Budget beide Phasen abdecken? Bei sehr kleinem Budget (unter 300 € pro Monat) empfehlen wir, zunächst nur Retargeting zu schalten, sofern bereits ausreichend organischer Traffic vorhanden ist. Das liefert den schnellsten ROI. Prospecting erfordert mehr Budget, um aussagekräftige Daten zu generieren.
Wie oft sollte ich meine Prospecting-Zielgruppen aktualisieren? Lookalike Audiences und Interesse-Targeting sollten alle 4–8 Wochen überprüft und bei sinkender Performance erneuert werden. Advantage+ Audience passt sich automatisch an und erfordert weniger manuelle Eingriffe.
Was passiert, wenn ich aufhöre, Prospecting zu betreiben? Kurzfristig sinken die Kosten. Mittelfristig schrumpft Ihre warme Audience, und Retargeting wird teurer und weniger wirksam. Ohne konstantes Prospecting hat Ihr Funnel keine Zuflüsse mehr.
Die Balance zwischen Prospecting und Retargeting ist keine statische Einstellung, sondern eine dynamische Entscheidung, die sich mit Ihrem Unternehmenswachstum und der Größe Ihrer Audience verändert. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Ihr aktueller Budget-Split optimal aufgestellt ist, analysieren wir das gerne für Sie. Jetzt Kontakt aufnehmen.