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KI8 min · Sam Geffen · 1. Juli 2026

Werbung in der KI-Ära: ChatGPT, Perplexity und die neue Suchlandschaft

KI-Suchmaschinen wie ChatGPT Search und Perplexity verändern, wie Menschen Produkte und Dienstleistungen finden. Was bedeutet das für Ihre Werbestrategie – und welche neuen Werbeformen entstehen gerade?

Kurz gesagt

KI-Suchmaschinen wie ChatGPT Search und Perplexity verändern fundamental, wie Unternehmen gefunden werden. Klassische Suchanzeigen erscheinen in KI-generierten Antworten nicht. Wer als bevorzugte Quelle zitiert wird, baut heute organische KI-Sichtbarkeit auf – durch thematische Autorität, zitierfähige Inhalte und strukturierte Daten.

Die Suchlandschaft 2026: Mehr als nur Google

Noch vor drei Jahren war die Frage nach digitaler Sichtbarkeit einfach: Google-Ranking oder Google Ads. 2026 ist die Landschaft deutlich komplexer. KI-Suchmaschinen Werbung Österreich beginnt ein völlig neues Kapitel:

  • Google bleibt die meistgenutzte Suchmaschine – aber mit tiefgreifend veränderter Darstellung durch AI Overviews
  • ChatGPT hat mit ChatGPT Search einen eigenen Suchindex; monatlich nutzen weltweit über 500 Millionen Menschen die Plattform
  • Perplexity wächst stark unter tech-affinen Nutzern und Professionals
  • Microsoft Copilot integriert Bing-Suche mit KI-Antworten tief in Windows und Microsoft 365
  • Apple Intelligence und Siri+ nutzen KI für lokale und allgemeine Suchanfragen

Für Unternehmen stellt sich damit die Frage: Wie werde ich nicht nur bei Google gefunden, sondern auch in diesen neuen KI-Suchsystemen empfohlen?

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Wie KI-Suchsysteme Empfehlungen generieren

KI-Suchsysteme wie ChatGPT Search oder Perplexity funktionieren grundlegend anders als klassische Suchmaschinen:

Klassische Suchmaschine: Nutzer tippt Keyword → System liefert Liste von Links → Nutzer wählt aus

KI-Suchsystem: Nutzer stellt Frage → System recherchiert, synthetisiert und formuliert eine direkte Antwort → Quellen werden manchmal, aber nicht immer, genannt

Das Problem für Werbetreibende: In KI-generierten Antworten erscheinen keine traditionellen Anzeigen. Der einzige Weg, in einer KI-Antwort vorzukommen, ist als organisch zitierte Quelle – oder über integrierte Werbeformate, die gerade entstehen.

Bezahlte Werbung in KI-Systemen: Der aktuelle Stand

ChatGPT

OpenAI hat 2025 erstmals Werbung in ChatGPT-Antworten getestet – in Form von nativen, textbasierten Empfehlungen, die als gesponsert gekennzeichnet sind. Dieses Format befindet sich noch im frühen Stadium und ist für die meisten Werbetreibenden noch nicht allgemein zugänglich.

Perplexity

Perplexity hat sein „Sponsored Follows"-Programm ausgebaut: Unternehmen können sich als empfohlene Quelle für bestimmte Themenbereiche positionieren. Auch hier ist die Kennzeichnung als gesponsert Pflicht.

Google AI Mode

In Googles AI Mode (dem KI-gestützten Sucherlebnis) werden weiterhin klassische Google Ads ausgespielt – allerdings in geringerer Dichte und mit angepassten Formaten.

Die ehrliche Einschätzung: KI-natives Advertising steckt 2026 noch in den Kinderschuhen. Für die meisten österreichischen KMU sind diese Kanäle noch keine sinnvolle Priorität.

Was Sie jetzt tun können: Die organische Strategie

Weil bezahlte KI-Werbung noch unreif ist, liegt die wichtigste Strategie in der organischen Sichtbarkeit in KI-Systemen – also darin, die bevorzugte Quelle für Ihre Themen zu werden.

Die fünf Säulen organischer KI-Sichtbarkeit:

1. Thematische Autorität aufbauen

Veröffentlichen Sie systematisch hochwertige Inhalte zu Ihren Kernthemen. KI-Systeme bevorzugen Quellen, die ein Thema umfassend und kompetent behandeln. Ein Blog mit 30 fundierten Artikeln zu einem Thema ist wertvoller als 300 oberflächliche.

2. Zitierfähige Inhalte erstellen

Klare Definitionen, konkrete Zahlen, eindeutige Empfehlungen – das sind die Formate, die KI-Systeme zitieren. Vage, unspezifische Inhalte werden ignoriert.

3. Markenbekanntheit durch PR aufbauen

KI-Systeme wurden auf dem Web trainiert. Je häufiger Ihr Unternehmensname in hochwertigen Quellen erwähnt wird, desto „bekannter" sind Sie für das Sprachmodell. Digitale PR zahlt direkt auf KI-Sichtbarkeit ein.

4. Strukturierte Daten implementieren

Schema Markup hilft KI-Systemen, Ihre Inhalte korrekt zu klassifizieren und zuzuordnen. Besonders relevant: Organization, LocalBusiness, FAQ, Article.

5. Konsistenz über alle Kanäle

Ihre Kernbotschaften sollten auf Website, LinkedIn, Google Business Profile und in Presseartikeln konsistent sein. KI-Systeme, die mehrere übereinstimmende Quellen für eine Aussage finden, stufen diese Aussage als vertrauenswürdiger ein.

WeiterlesenStrukturierte Daten & Schema Markup: Wie KI-Systeme Ihre Website wirklich verstehen

Die Zukunft: Conversational Commerce

Der nächste große Trend, der sich bereits abzeichnet: Conversational Commerce. Nutzer werden KI-Assistenten direkt fragen, welches Produkt sie kaufen sollen oder welchen Dienstleister sie beauftragen sollen – und der Assistent wird eine Empfehlung aussprechen.

Amazon, Google und Meta arbeiten bereits an integrierten Kauferfahrungen innerhalb von KI-Konversationen. Wer 2026 die Grundlagen für organische KI-Sichtbarkeit legt, ist für diese nächste Welle vorbereitet.

Was das für Ihre Strategie bedeutet

Die digitale Werbestrategie 2026 und darüber hinaus braucht drei parallele Spuren:

  1. Klassisches Search (Google Ads + SEO): Weiterhin der größte Traffic-Kanal
  2. Social Advertising (Meta, TikTok): Für Awareness und Zielgruppen-Aufbau
  3. KI-Sichtbarkeit (GEO + AEO): Für die wachsende Gruppe, die primär über KI-Systeme sucht

Wer alle drei Spuren verfolgt, baut eine robuste digitale Präsenz auf, die auch funktioniert, wenn sich einzelne Plattformen verändern.

Häufige Fragen

Kann ich in ChatGPT oder Perplexity Werbung schalten?

Aktuell nur sehr eingeschränkt. Beide Plattformen testen native Werbeformate, aber diese sind für die meisten österreichischen KMU noch nicht zugänglich. Die wirksamste Strategie ist organische KI-Sichtbarkeit durch hochwertigen Content.

Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?

GEO bezeichnet die Optimierung von Inhalten und Online-Präsenz, um in KI-generierten Suchantworten zitiert zu werden. Es umfasst thematische Autorität, zitierfähige Inhalte, strukturierte Daten und konsistente Markenpräsenz.

Verdrängt KI-Suche Google komplett?

Nein – Google bleibt der größte Traffic-Kanal und integriert selbst KI-Funktionen (AI Overviews, AI Mode). KI-Suchsysteme ergänzen Google bei bestimmten Nutzergruppen, ersetzen es aber nicht.

Was sollten österreichische Unternehmen jetzt konkret tun?

Systematischen Blog-Content zu Kernthemen aufbauen, strukturierte Daten implementieren, Google Business Profile aktuell halten und PR-Aktivitäten verstärken, die Erwähnungen in hochwertigen Online-Quellen erzeugen.

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