← Journal
Google Ads6 min · Sam Geffen · 23. Juni 2026

Remarketing mit Google Ads: Verlorene Website-Besucher zurückgewinnen

Nur 2–3 % der Website-Besucher konvertieren beim ersten Besuch. Remarketing holt die anderen 97 % zurück. So funktioniert es – und warum es oft die profitabelste Google Ads-Strategie ist.

Kurz gesagt

Remarketing mit Google Ads zeigt Anzeigen gezielt an Menschen, die Ihre Website bereits besucht haben. Da diese Besucher bereits Interesse gezeigt haben, konvertieren sie 3–5× besser als kalte Zielgruppen. In Österreich muss Remarketing DSGVO-konform umgesetzt werden.

Was ist Remarketing mit Google Ads, und lohnt es sich für Ihr Unternehmen? Kurz gesagt: Remarketing ist oft die ROI-stärkste Google Ads-Strategie, weil Sie Menschen ansprechen, die bereits auf Ihrer Website waren.

Warum die meisten Besucher ohne Kaufabschluss gehen

Jemand besucht Ihre Website. Schaut sich Ihr Angebot an. Geht wieder. Kauft nichts.

Das ist keine Ausnahme – das ist der Normalfall. Selbst sehr gute Landing Pages konvertieren nur 2–5 % der Besucher beim ersten Kontakt. Die restlichen 95–98 % verlassen Ihre Seite, ohne eine Anfrage zu senden – nicht weil Ihr Angebot schlecht ist, sondern weil der Zeitpunkt noch nicht stimmt.

Remarketing gibt Ihnen die Möglichkeit, genau diese Menschen erneut anzusprechen – zu einem Zeitpunkt, zu dem sie vielleicht bereit sind.

WeiterlesenGoogle Ads 2026: Der komplette Einsteiger-Guide für österreichische Unternehmen

Was ist Remarketing?

Remarketing (oder Retargeting) bedeutet: Sie zeigen Werbeanzeigen gezielt Menschen, die Ihre Website bereits besucht haben. Diese Anzeigen verfolgen sie auf anderen Websites (über das Google Display-Netzwerk), auf YouTube und in der Google Suche – und erinnern sie an Ihr Angebot.

Das Resultat: Remarketing-Zielgruppen konvertieren im Durchschnitt 3–5× besser als Kalt-Zielgruppen, bei gleichzeitig niedrigerem CPC.

Wie Remarketing technisch funktioniert

Schritt 1: Google Tag einrichten

Auf Ihrer Website wird ein Google Tag (früher Remarketing-Tag) eingebettet. Dieser setzt ein Cookie im Browser jedes Besuchers.

Schritt 2: Zielgruppen definieren

Im Google Ads-Konto definieren Sie Zielgruppen basierend auf dem Besucherverhalten:

  • Alle Besucher der letzten 30 Tage
  • Besucher einer bestimmten Seite (z.B. Preisseite)
  • Nutzer, die das Kontaktformular aufgerufen, aber nicht abgesendet haben
  • Nutzer, die mindestens 2 Minuten auf der Seite waren

Schritt 3: Kampagne erstellen

Sie erstellen eine Kampagne und wählen diese Remarketing-Zielgruppe als Targeting. Nur Menschen in dieser Liste sehen Ihre Anzeigen.

Die wichtigsten Remarketing-Typen

Standard Remarketing (Display)

Banner-Anzeigen auf Websites im Google Display-Netzwerk – überall dort, wo AdSense aktiv ist. Günstig, breite Reichweite, ideal für Markenbekanntheit.

Remarketing-Listen für Suchanzeigen (RLSA)

Hier erhöhen Sie Ihre Gebote für Suchanzeigen, wenn ein bekannter Website-Besucher erneut nach Ihren Keywords sucht. Dieser Nutzer hat bereits Interesse signalisiert – ein höheres Gebot ist gerechtfertigt.

WeiterlesenSmart Bidding in Google Ads: Die richtige Strategie für Ihr Ziel

YouTube Remarketing

Videoanzeigen auf YouTube für Ihre Website-Besucher. Besonders gut für erklärungsbedürftige Produkte oder Dienstleistungen.

Customer Match

Laden Sie eine Liste mit E-Mail-Adressen Ihrer Bestandskunden hoch. Google zeigt diesen Personen Ihre Anzeigen auf Search, Display und YouTube. Perfekt für Upselling oder Kundenbindung.

Segmentierung: Warum nicht alle Besucher gleich sind

Der Schlüssel zu profitablem Remarketing ist Segmentierung. Nicht alle Besucher sind gleich wertvoll:

Zielgruppe Kaufwahrscheinlichkeit Strategie
Preisseite besucht Sehr hoch Aggressiv bietend, direktes Angebot
Kontaktformular nicht abgesendet Hoch Reminder-Anzeige, FAQ
Blog gelesen Mittel Weiterlesen-Anreiz, Leadmagnet
Homepage kurz besucht Niedrig Markenbekanntheit

Passen Sie Botschaft und Budget an jedes Segment an.

DSGVO und Datenschutz beim Remarketing

In Österreich und der EU muss Remarketing DSGVO-konform umgesetzt werden:

  • Cookie-Consent-Banner mit expliziter Einwilligung für Marketing-Cookies
  • Nutzer müssen die Möglichkeit haben, Tracking abzulehnen
  • Keine Remarketing-Zielgruppen auf sensiblen Seiten (Gesundheit, Finanzen) ohne explizite Einwilligung

Moderne Cookie-Consent-Tools (Cookiebot, OneTrust, Klaro) erleichtern die rechtskonforme Umsetzung.

Wie lange soll die Remarketing-Liste sein?

Die Standard-Mitgliedschaft in einer Remarketing-Liste beträgt 30 Tage. Je nach Ihrem Entscheidungszyklus kann das kürzer oder länger sein:

  • Impulskäufe (z.B. Blumenshop): 7–14 Tage
  • Lokale Dienstleistungen (z.B. Klempner, Friseur): 14–30 Tage
  • Hochpreisige Angebote (z.B. Küchenplanung, Steuerberatung): 60–90 Tage

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Remarketing und Retargeting?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Im Google-Umfeld spricht man von Remarketing, bei Meta und anderen Plattformen von Retargeting. Technisch funktionieren beide über Pixel bzw. Tags, die Besucher im Browser markieren.

Ab wie vielen Website-Besuchern lohnt sich Remarketing?

Google benötigt mindestens 100 Nutzer in einer Remarketing-Liste, bevor Anzeigen ausgespielt werden. Praktisch empfehlen wir erst ab etwa 500 monatlichen Besuchern, da kleinere Listen zu wenig Volumen für eine sinnvolle Optimierung bieten.

Ist Remarketing in Österreich legal?

Ja, wenn Sie es DSGVO-konform umsetzen: Cookie-Consent-Banner mit aktiver Einwilligung, Opt-out-Möglichkeit und korrekte Datenschutzerklärung sind Pflicht.

Wie viel kostet Remarketing im Vergleich zu normalen Google Ads?

Der CPC (Cost per Click) bei Remarketing-Kampagnen liegt häufig 30–50 % unter dem normaler Search-Kampagnen, weil Sie eine vorqualifizierte Zielgruppe ansprechen.

Wie oft sollen Besucher meine Remarketing-Anzeige sehen?

Als Faustregel gilt: maximal 5–7 Impressionen pro Person und Woche. Mehr Wiederholungen wirken aufdringlich und können das Markenimage schädigen.

Sehen Sie Ihre neue Seite, bevor Sie zahlen.

Ein eigener Entwurf für Ihren Betrieb in 48 Stunden, den Fixpreis schriftlich dazu. Kein Vertrag vor dem Entwurf.

Weiterlesen

Nächster BeitragGoogle Ads Budget optimieren: 7 Hebel für bessere Ergebnisse bei gleichem Budget